Bücher von der Küste

Ferne Inseln und Meere

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Falls im stationären oder Online-Buchhandel vergriffen sind die meisten der hier
vorgestellten Bücher antiquarisch bei zvab.com erhältlich

 
Bücher von der See: Abgelegene Insel

James Fenimore Cooper

Ned Myers oder Ein Leben vor dem Mast

Erstausgabe: Ned Myers; or, Life Before the Mast (1843)
Aus dem Amerik. übertragen von Alexander Pechmann
390 Seiten, 13,5×21,8 cm
Leinen mit Fadenheftung, Schuber
mareverlag, Hamburg 2014

ISBN 978-3-86648-190-9

Als James Fenimore Cooper um 1840 nach mehr als 30 Jahren seinen Jugendfreund Ned Myers wiedersah, hatte dieser viel zu erzählen: Geschichten über Sturm, Schiffbruch und Gefangenschaft, über ein Leben vor dem Mast, wo die einfachen Matrosen untergebracht sind. Mit 14 Jahren von zu Hause ausgerissen reiste er als Tabakschmuggler nach Irland und als Opiumschmuggler nach China, segelte auf einem Walfänger in die Südsee, arbeitete auf Linienschiffen, Frachtern, Fregatten, Fischerbooten und Zollkuttern.

Cooper brachte diese mündliche Lebensbeichte zu Papier, ohne etwas zu ändern, schreibt er in seinem Vorwort und nur die offensichtliche Irrtümer seines Freundes korrigierend. In dieser neuen und kommentierten Übersetzung aus dem Amerikanischen liegt er hier wieder vor, ein Bericht stellvertretend für das Schicksal unzähliger Matrosen, die auf hoher See allen Gefahren trotzten, an Land allzu oft an Armut, Alkohol und Leichtsinn zugrunde gingen und – wie der Herausgeber und Übersetzer schreibt – nur selten als die Helden gefeiert wurden, die sie waren.

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Bücher von der See: Berüchtigte Piraten

Daniel Defoe

Robinson Crusoe

Englische Erstausgabe: Robinson Crusoe /
Farther Adventures of Robinson Crusoe (1709)
Aus dem Englischen übertragen von Franz Riederer
672 Seiten, 12,5×19,8 cm
Leinen, Fadenheftung
Winkler Verlag, München 1975

ISBN 978-3-538-05029-7

Geht es um ferne Inseln und Meere, dürfen Defoes Abenteuer des Robinson Crusoe nicht fehlen, die im Jahr 1719 in zwei Bänden erschienen, jedoch vielen, wenn nicht gar den meisten deutschen Lesern nur in verstümmelten, ‘für die Jugend bearbeiteten’ Ausgaben bekannt sind. In der hier vorliegenden ungekürzten Dünndruckausgabe des Winkler Verlags sind The Life and Strange Surprising Adventures of Robinson Crusoe und The Farther Adventures of Robinson Crusoe mit den Illustrationen der Amsterdamer Ausgabe von 1726/27 in einem Buch zusammengefasst.

„Dieses Buch wird zum Prüfstein unseres Urteils werden, und solange unser Geschmack nicht verdorben ist, wird es uns immer Vergnügen bereiten“, schrieb der Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge, Naturforscher und Komponist der Aufklärung Jean-Jacques Rousseau über Defoes Roman.

Als Vorbild für den literarischen Robinson gilt der schottische Seemann Alexander Selkirk, der im Jahr 1703 nach einem Streit mit seinem Kapitän auf einer abgelegenen Insel vor der südamerikanischen Westküste ausgesetzt wurde und dort mehr als vier Jahre verbrachte. Mehr dazu in dem von Nikolaus Stingl 1980 aus historischen Quellen zusammengestellten Buch Der wahre Robinson.

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Bücher von der See: Berüchtigte Piraten

Daniel Defoe

Umfassende Geschichte der Räubereien
und Mordtaten der brüchtigten Piraten

Engl. Erstausgabe: A General History of the Pirates (1724)
Hg. und übersetzt von Nikolaus Stingl
392 Seiten, 12,5×18,8 cm
Leinen, Fadenheftung
Robinson Verlag, Frankfurt 1982

ISBN 978-3-88592-009-0

Aus dem Klappentext: Piraten waren zu Defoes Lebzeiten ein Politikum höchsten Ranges, weil sie den Überseehandel und damit die Autorität der damaligen Weltmächte empfindlich gefährdeten. Deshalb beschränkt sich Defoe nicht bloß auf ein Aufzählen von Fakten, sondert er fragt nach den sozialen Ursachen der Freibeuterei, setzt sie in Beziehung zu den Problemen des Seehandels und der Kolonialpolitik, und fragt darüber hinaus nach der rechtlichen und moralischen Bewertung.

Persönliche Begegnungen mit Abenteurern der Meere auf seinen vielen Schiffsreisen bilden eine weitere Grundlange seiner General History of the Robberies and Murders of the most notorious Pirates, die zu einem Klassiker der englischen Seefahrtsliteratur wurde und hier erstmals in deutscher Übersetzung vorliegt, erschienen in einem Verlag, der nur wenige Jahre nach seiner Gründung die Segel wieder streichen musste.

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Bücher von der See: Inseln, auf denen ich strande

Lucien Deprijck

Die Inseln, auf denen ich strande

Mit 18 Illustrationen von Christian Schneider
190 Seiten, 17×24,5 cm
Halbleinen, Fadenheftung, blauer Buchschnitt
mareverlag, Hamburg 2012

ISBN 978-3-86648-171-8

„Am Ufer der siebten Insel, auf der ich strande, weht eine deutsche Fahne. Ich versuche mit letzter Kraft, das noch fehlende Stück zum rettenden Ufer zu kraulen, wo ein Mann steht und mir zuruft: Mann, können Sie nicht lesen? Hier ist Schwimmen strengstens untersagt!“

Stranden, aber wie? Lucien Deprijck zeigt es in diesem einzigartigen Buch in immer wieder neuen Facetten: ironisch, absurd, abenteuerlich, dramatisch, nachdenklich oder auch bedrückend, eingeleitet jeweils durch eine ganzseitige Illustration von Christian Schneider. In langen und in kurzen Geschichten, achtzehn an der Zahl, und die kürzeste ist oben in voller Länge wiedergeben.

„Man strandet schließlich nicht jeden Tag, und wenn es schon mal passiert und man das Glück hat, auf einer Insel angeschwemmt zu werden, soll es doch auch stilecht sein“, beschwert sich einer der Schiffbrüchigen, dem es ganz und gar nicht passt, am Strand von Menschenmassen empfangen zu werden. Stilecht gestaltet gehört dieses Buch für mich zu den schönsten Büchern des Jahres.

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Bücher von der See: Abgelegene Insel

Rudyard Kipling

Über Bord

Engl. Erstausg: Captains Courageous (1897)
Hg. und übersetzt von Gisbert Haefs mit
Illustrationen von Christian Schneider
312 Seiten, 13,5×21 cm
Leinen mit Kartentasche, Fadenheftung
Edition Büchergilde, Frankfurt am Main 2015

ISBN 978-3-86406-060-1

„Dieser junge Cheyne ist die schlimmste Pest an Bord“ sagte ein Mann im Friesmantel; er knallte die Tür zu. „Der ist hier unerwünscht. Der ist zu grün.“

… doch lange wird Harvey Cheyne, seines Zeichens verwöhntes und eingebildetes Söhnchen eines amerikanischen Millionärs, nicht mehr an Bord des Ozeandampfers sein, denn nur zwei Seiten später geht er im Nordatlantik über Bord und wird von der Besatzung eines Kutters aufgefischt.

Und er fällt nicht nur über Bord, sondern auch aus der Welt der Privilegierten in den harten Kampf ums Dasein an Bord des Kabeljaufischers We’re Here vor Neufundland, dem er sich unterordnen muss. Seinen reichen Vater nimmt ihm der Skipper nicht ab und lässt ihn für zehneinhalb Dollar im Monat auf dem Schiff arbeiten, und es wird fast ein halbes Jahr dauern, bis er wieder einen amerikanischen Hafen anlaufen wird.

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Bücher von der See: Abgelegene Insel

Judith Schalansky

Atlas der abgelegenen Inseln

144 Seiten, 19×26,5 cm

Halbleinen, Fadenheftung, farbiger Buchschnitt
mareverlag, Hamburg 2009

ISBN 978-3-86648-117-6

Fünfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde, nennt Judith Schalansky ihr Buch im Untertitel und entführt den Leser von den Weihnachts- über die Himmelfahrts- und Osterinseln auf 50 entlegene Eilande der Weltmeere. Zu jeder Insel hat sie etwas zu erzählen, Geschichten “wie sie nur die Wirklichkeit sich auszudenken vermag, wenn sie mit wenigen Quadratkilometern im Nirgendwo auskommen muss. Es sind Geschichten von seltenen Tieren und seltsamen Menschen, von gestrandeten Sklaven und einsamen Naturforschern, verirrten Entdeckern und verwirrten Leuchtturmwärtern [...], die beweisen, dass die abenteuerlichsten Reisen immer noch im Kopf stattfinden: mit dem Finger auf der Landkarte.”

Das von der 1980 in Greifswald geborenen Autorin gestaltete Buch wurde von der Stiftung Buchkunst als Das schönste Buch 2009 ausgezeichnet und liegt ein Jahr nach dem Erscheinen bereits in der 6. Auflage vor.

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Bücher von der See: Schatzinsel

Robert Louis Stevenson

Die Schatzinsel

Engl. Erstausgabe: Treasure Island (1883)
Aus dem Englischen übertragen von Andreas Nohl
384 Seiten, 12×19 cm
Leinen, Fadenheftung
Hanser Verlag, München 2013

ISBN 978-3-446-24346-0

“Die Schatzinsel – Kennen wir doch”, wird manch einer sagen. Wirklich? Oder nur eine der vielen, wie es so unschön heißt, “für die Jugend bearbeiteten” Ausgaben. Hier nun liegt ungekürzt und in exzellenter Ausstattung eine Neuausgabe aus dem Hanser Verlag vor, herausgegeben und übersetzt von Andreas Nohl. Hinzu kommen drei Texte zur Entstehung des Romans und eine Fabel des Autors zu den Figuren der Erzählung, die hier erstmals ins Deutsche übertragen wurden.

Ein paar Sätze zur Handlung: Jim Hawkins, Sohn eines schottischen Gastwirts, kommt über einen rätselhaften Pensionsgast seines Vaters, der unter befremdlichen Umständen stirbt, an eine geheimnisvolle Schatzkarte. Zusammen mit seinen Freunden, dem Arzt Dr. Livesey und dem Friedensrichter Trelawney, machen sie sich auf einem angeheuerten Schiff auf den Weg in die Südsee, um den sagenhaften Schatz des berüchtigten Kapitän Flint zu finden. Doch was sie nicht wissen: Fast ihre gesamte Mannschaft besteht aus ehemaligen Matrosen des einstigen Piratenkapitäns, die, insgeheim angeführt vom einbeinigen Long John Silver, gleichfalls hinter dem Schatz her sind, allerdings nicht wissen, wo er zu finden ist.

“Mein Großvater, der ein Seemann war und zeitlebens kein Buch in die Hand genommen hat, las auf dem Sterbebett mit nicht nachlassendem Vergnügen die Schatzinsel”, sagte der irische Dichter und Literatur-Nobelpreisträger William Butler Yeats – doch ich verspreche, man muss nicht anschließend sterben, um die Geschichte mit Vergnügen zu lesen. Moralapostel waren bei ihrem Erscheinen nicht nur begeistert, denn die Grenze zwischen Gut und Böse ist nicht immer so ganz scharf, und statt Long John Silver an den Galgen zu bringen, lässt Stevenson den Bösewicht am Ende entkommen.

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Bücher von der See: Schatzinsel

Nikolaus Stingl (Hg.)

Der wahre Robinson oder Das Walten der Vorsehung

Leben und Abenteuer des Alexander Selkirg,
Zusammengetragen und hg. von Nikolaus Stingl
270 Seiten, 12,5×18,8 cm
Leinen, Fadenheftung
Robinson Verlag, Frankfurt 1980

ISBN 978-3-88592-002-1

Im Mai 1703 trieb es den schottischen Seemann Alexander Selkirk aus der Grafschaft Fife zu einer Kaperfahrt nach Südamerika. Im Streit mit seinem Kapitän wurde er auf der westlich von Valparaiso gelegenen Insel Juan Fernandez ausgesetzt und verbrachte dort vier Jahre und vier Monate, ehe ihn 1709 der Freibeuter Woodes Rodgers entdeckte und mit nach England zurücknahm.

Seine nach historischen Dokumenten von Nikolaus Stingl zusammengestellte Vita vermittelt uns ein Bild dieser Zeit der Entdeckungen, Piraterien und Seeschlachten, die der leider nur wenige Jahre existierende Frankfurter Robinson Verlag in seiner Bibliothek des Abenteuers hier in einer wunderschönen Ausgabe zugänglich gemacht hatte.

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Buecher von der See

Tomi Ungerer

Der Nebelmann

Mit ganzseitigen Illustrationen des Autors
48 Seiten, 23×31 cm
Gebunden, Fadenheftung
Diogenes Verlag, Zürich 2012

ISBN 978-3-257-01134-0

„Aber bleibt ja in der Bucht“, ermahnte er sie, „und haltet euch fern von der Nebelinsel! Das ist ein verwünschter böser Ort, umgeben von tückischen Strömungen. Keiner, der sich dorthin gewagt hat, ist je zurückgekehrt.“

Die Kinder Finn und Cara leben an der irischen Westküste, wo der Wind in den Kaminen pfeift und über dem Atlantik die grauen Nebel aufsteigen. Eines Tages baut ihnen ihr Vater ein Boot, mit dem sie seine Mahnung missachtend in einen dichten Nebel geraten. Die Meeresströmung treibt sie an einen unbekannten Strand – sie sind auf der Nebelinsel gelandet, von der, wie ihr Vater sagte, noch kein Mensch zurückgekehrt ist. Doch sie verzagen nicht und treffen auf den wundersamen Herrn der Insel, den Mann, der die Nebel über den Meeren macht.

Eine Geschichte für Kinder über Mut, Neugier und die Unberechenbarkeit der Elemente, ein liebevoll gestaltetes Buch mit wenig Text, in dem die Bilder sprechen.

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Buecher von der See

Margret Wittmer

Postlagernd Floreana

Mit einem Vorwort zur ergänzten
Neuausgabe 13,5×21 cm
Gebunden, Fadenheftung
Büchergilde Gutenberg, Frankfurt a.M. 1983

ISBN 978-3-257-01134-0

Die graue Silhouette des kleinen Segelbooes taucht langsam im Dunst unter. […] Dann ist es verschwunden. Das Boot hatte uns hierhergebracht, auf diese Insel Florena. […] Jetzt sind wir allein. Allein in dieser Einsamkeit. Unendlich weit liegt der Stille Ozean vor mir.

So beginnt Margret Wittmers Bericht über ihre moderne Robinsonade auf die Galápagos Inseln, auf die sie 1932 mit ihrem Mann Heinz auswanderte und auf der sie für den Rest ihres langen Lebens mit ihrer Familie lebte. 1933 wurde dort ihr Sohn Rolf und 1937 ihre Tochter Inge Floreanita geboren. Bis zu ihrem 50. Siedlerjubiläum im Jahr 1982 hatte sich die Familie um acht Enkelkinder und einen Urenkel vermehrt.

Niemand hat bisher eine so lange Zeit auf einer dieser Inseln am Rande der Welt gelebt, mit der Außenwelt nur durch eine Posttonne verbunden, die Ende des 17. Jahrhunderts von Wahlfängern errichtet wurde. Im Jahr 2000 stirbt sie 37 Jahre nach ihrem Mann im Alter von 95 Jahren auf ihrer Insel.

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