Küstenlexikon

Geschichte, Kultur und Gesellschaft

Fach

Im norddeutschen Bauernhaus der Raum zwischen je zwei Hauptständern, auf denen der Dachstuhl ruht.

Faden, Nautischer Faden

Engl. Fathom, Abkürzung fm. Seemännisches, heute fast nur noch für Tiefenangaben verwendetes Längenmaß. Ursprünglich handelt es sich bei dem Maß um die Spannweite der Arme eines ausgewachsenen Mannes, die mit sechs Fuß gleichgesetzt wurde. 1 fm = 2 yard = 6 foot = 72 inch = 1,8288 m.

Faschinen

siehe: Lanung.

Fender

Schutzpolster für Schiffe gegen Stöße und Reibung an der Kaimauer (heutzutage oft alte Autoreifen).

Fenne

(a) Beweidetes Halligland. Da diese knapp war, wurde alljährlich die Zahl der Tiere berechnet, die von jedem Besitzer gehalten werden durften. Die Verantwortung dafür lag beim Fennemacher.

(b) Durch Gräben eingehegtes Stück Marschenland.

Fething

Teichartiger Regenwasserspeicher mit hohen, steilen Ufern auf einer Warft mit Trinkwasser für das Vieh (s.a. Sood).

Fieren

Etwas herunterlassen.

Fischgarten (friesisch: fischguard)

Ein System aus Netzen und Reusen, aus dem die Fische bei ablaufendem Wasser nicht entkommen können und dann bei Ebbe eingsammelt werden.

Fischlast

Der Schiffsteil, in dem der Fang aufbewahrt wird.

Fock

Vorsegel.

Förtjen / Förtchen

Siehe: Futjes.

Friesenkraut

Volkstümlicher Name für Queller.

Futjes / Futtjen

Auch Förtjen oder Förtchen genannt. Ein nordfriesisches Rührteig-Gebäck (meist mit Hefe), das besonders zur Weihnachtszeit und zum Altjahrsabend (Sylvester) in einer speziellen Pfanne mit kugelrunden Vertiefungen auf dem Küchenofen in Fett ausgebacken wird. Sobald sie außen goldbraun geworden sind, werden sie gewendet. Mitunter werden sie auch mit Rosinen oder Pflaumenmus gefüllt. Im Mittelniederdeutschen nannte man sie ‘Nonnenfürzchen’.

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Nordfriesland-Lexikon – Letzte Ergänzung: 16.07.2015