Küstenlexikon

Geschichte, Kultur und Gesellschaft

Geest

Der im Gegensatz zur Marsch höher gelegene Festlandskern.

Gevollmächtigter

Vertreter der bäuerlichen Selbstverwaltung und Berater und Helfer des Deichgrafen.

Glieb

An einem langen Stiel mit Querholz befestigtes Schiebenetz, das zum Krabbenfang langsam über den Wattboden geschoben wird. Wird auch Glüb oder Glübb genannt.

Glockenstapel

Kleine, hölzerne Glockentürme, oft niedriger als die Kirchen selbst, die neben ihnen stehend baulich nicht mit ihnen verbunden sind. Es gibt sie auf den Halligen und im Marschenland, wo der Untergrund einen hohen und schweren Steinturm oft nicht tragen würde. In anderen Fällen mag der Mangel an Steinen in den Marschgebieten ein Grund für den Bau gewesen sein. Den ältesten Glockenstapel der Westküste findet man neben der Kirche von Koldenbüttel westlich von Friedrichstadt. Er stammt wahrscheinlich aus dem 15. Jh.

Glüb, Glübb

Siehe: Glieb.

Glücklicher Matthias

Matthias Petersen (1632–1706) aus Oldsum auf Föhr wurde zu Lebzeiten Glücklicher Matthias genannt. Er gilt als erfolgreichster nordfriesischer Walfänger und erlegte mit seiner Mannschaft auf niederländischen und Hamburger Schiffen 373 Wale.

Gonger

Wiedergänger. Gonger stehen dort nachts am Bett ihrer Verwandten, triefend nass, so dass noch am Morgen Wasserlachen auf dem Boden zu sehen sind. Der so Heimgesuchte weiß dann, dass derjenige, den er als Gonger gesehen hat, ertrunken ist. Mitunter erscheint ein Gonger auch bei der Hochzeit seiner hinterbliebenen Frau, wenn sie das Trauerjahr nicht abgewartet hat.

Graap, Grapen

Dreibeiniger, eiserne Kochtopf.

Graft

Wassergraben um einen Hof.

Granat

Siehe: Porren.

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Nordfriesland-Lexikon – Letzte Ergänzung: 10.01.2013