Zwischen gestern und heute

Einst im Februar

 
  9. Februar 1885 – Ein Dichter der friesischen Sprache

Auf einem friesischen Bauernhof in Keitum auf Sylt wird Jens Emil Mungard geboren. Erst Jahrzehnte nach seiner Ermordung durch die Nationalsozialisten wurde seine Rolle als herausragender Dichter der nordfriesischen Sprache erkannt. Während die meisten norddeutschen ‘Heimatdichter’ Hymnen auf das Dritte Reich schrieben und die heimatliche Scholle priesen, verspottete Mungard nach anfänglicher Sympathie die Nazis: wenn die Petersilie verregne und die Bankzinsen stiegen, sei das Judenwerk, verhöhnte er den Antisemitismus in einem Gedicht. Am 13. Februar 1940 starb er auf einem Strohsack in der Baracke 27 des Konzentrationslagers Sachsenhausen.

Insgesamt verfasste Jens Emil Mungard über 700 Gedichte, sechs Theaterstücke und zahlreiche Prosatexte. Hier sein vielleicht bekanntestes Gedicht:

Ströntistel es min bloom,
Ströntistel neem's uk mi.
Jü gröört üp dünemsön,
Ik üp des leewents-strön,
En proter haa wat biid!
Stranddistel ist meine Blume,
Stranddistel nennen sie auch mich.
Sie wächst auf Dünensand,
Ich auf diesem Lebens-Strand,
Und Stacheln haben wir beide!

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17. Februar 1500 – Die Schlacht bei Hemmingstedt

Dithmarscher Bauern unter Führung von Wulf Isebrand schlagen bei Hemmingstedt das von König Johann von Dänemark, Norwegen und Schweden sowie seinem Bruder, dem Herzog Friedrich von Holstein angeführte dänische Heer. Zahlenmäßig unterlegen, öffnen sie die Siele, überfluten das Land und nutzen ihre Spieße zum Klotstockspringen. So können sie die bei dem eingetretenen Tauwetter kaum noch bewegungsfähigen Dänen immer wieder angreifen und im letzten Anlauf den Sieg erringen. Die Dithmarscher Bauernrepublik hielt noch bis 1559.

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21. Februar ...

... der Tag, an dem entlang der nordfriesischen Küste und auf den ihnen vorgelagerten Inseln die Biike-Feuer brennen und den Winter austreiben. „Maak di Biiki ön!“ heißt es dann auf Friesisich. Auch für den Tourismus hat man sie mittlerweile entdeckt, und spezielle Arrangements werden in der gesamten Region angeboten. Zu den Biike, oder auf Deutsch Feuerzeichen, gehören ‘Brandreden’, in denen die Bürgermeister und andere Volksvertreter mal hoch- und mal plattdeutsch und mitunter auch auf Friesisch auf das Fest einstimmen.

Die dann und wann vertretene Meinung, die Feuer gingen auf ein Abschiedsfest für friesische Walfänger zurück, weist der Chef des Nordfriisk Instituut Prof. Thomas Steensen als ‘baren Unsinn’ zurück. Eher gebe es gemeinsame Ursprünge mit Fastnachtsbräuchen anderer Regionen. Ursprünglich wurden die Feuer sechs Wochen vor Ostern angezündet, bis es Mitte des 19. Jahrhunderts dem Sylter Chronisten C.P. Hansen gelang, den 21. Februar als zentralen Tag zu durchzusetzen.

Sucht man heidnische Ursprünge, so findet man im keltischen Jahr das Imbolc-Fest, mit dem am 1. Februar der Jahresmorgen (Frühling) beginnt. Imbolc bedeutet wörtlich etwa Schafsmilch, der Zeitpunkt, von dem an die Mutterschafe Milch produzieren.

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29. Februar 2008 – Ein langer Februar für Nordstrand

Während in fast allen Teilen der Welt der Gregorianische Kalender gilt, ticken die Uhren auf Nordstrand anders. Hier die Termine für die kath. Gottesdienste an diesem Wochenende, entnommen dem gelben Veranstaltungsheft der Kurverwaltung von Nordstrand:

Sonnabend, den 30. Februar 2008

16.00 Uhr Heilige Messe in der kath. Kirche „St. Knut“, Herrendeich 2.

Montag, 31. Februar 2008

Hochamt in der kath. Kirche „St. Knut“, Herrendeich 2. (Die Gottesdienstzeiten entnehmen Sie bitte dem aktuellen Aushang im Schaukasten oder Portal der St. Knud-Kirche).

Wurde hier ein alter nordfriesischer Kalender eingeführt? Zu den seinen Besonderheiten gehört, dass auf einen Sonnabend unmittelbar der Montag folgt, was dem Vernehmen nach bei den Arbeitgebern Nordfrieslands auf großes Wohlwollen gestoßen ist.

Quelle: Veranstaltungsheft der Kurverwaltung Nordstrand

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Einst im Februar – Nachrichten von der Westküste, letzte Ergänzung: 16.02.10