Zwischen gestern und heute

Einst im September

 
7. September 2007 – ‘Scholle satt’ für einen Seehund

Scholle satt steht auf manch einer Speisekarte am Husumer Binnenhafen. Davon hatte gestern ein kleiner Seehund gehört. Etwa eine Viertelstunde lang tauchte er im Bereich zwischen der Fußgänger- und Eisenbahnbrücke immer wieder ab und kurz darauf an anderer Stelle mit einer Scholle im Maul wieder auf, um sie genüsslich zu verzehren. Gerne hätte ihn die Tourismusbehörde unter Vertrag genommen, doch darauf ließ er sich nicht ein.

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14. September 1817 – Es geschah um Mitternacht

Gegen Mitternacht wird im Haus Markt Nr. 9 der knapp 4.000 Einwohner zählenden Stadt Husum Hans Theodor Woldsen Storm geboren. Der Vater, der Advokat Johann Kasimir Storm, entstammt einer Bauernfamilie aus Westermühlen, die Mutter Lucie geb. Woldsen einem Husumer Kaufmannsgeschlecht. Ein Ereignis, dass den heutigen Stadtvätern ein Plakette am Haus wert ist.

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24. September 2005 – Kohl im Kleinen

Dass Dithmarscher Bauern gewitzte Menschen sind, haben sie schon vor einem halben Jahrtausend in der Schlacht von Hemmigstedt bewiesen. Doch lieber beschäftigen sie sich friedlich mit Kohl und haben nun eine Marktlücke entdeckt. Ein normaler Weißkohl-Kopf ist mit zweieinhalb Kilo für einen Single- oder Pärchen-Haushalt viel zu groß, und so bringen sie in diesem Jahr erstmals ihren Friesenkohl Friko auf den Markt. Etwa ein Pfund schwer, zart und im Geschmack leicht süßlich. Die passenden Rezepte gibt es auf der Internetseite der Dithmarscher Kohltage.

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26. September 2005 – Es fährt ein Zug nach Weesterlön

Eine Nachricht zum heutigen ‘Europäischen Tag der Sprachen’. Von Hüsem über Naibel nach Weesterlön/Söl lässt es sich seit vergangenem Freitag mit der Bahn fahren, auch wenn die friesischen Ortsnamen – wie auch auf den weiteren sechs Stationen – nur in etwas kleinerer Schrift unter den deutschen Bezeichnungen Husum, Niebüll und Westerland stehen. Zudem gibt es jetzt an allen neun Bahnhöfen der Strecke Informationstafeln zur friesischen Sprache. Die Kosten für die Schilder in Höhe von 40.000 € wurden im Wesentlichen vom Bund und der Landesverkehrs-Servicegesellschaft übernommen.

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27. September 1906 – Großbrand in Rödemis

Die Brandkatastrophe war vorhersehbar gewesen, schreiben die Husumer Nachrichten 100 Jahre später, denn zu dicht stehen die kleinen strohgedeckten Häuser auf dem ‘Hörn’ in Rödemis südlich von Husum zusammen. Während sich die Husumer Bürger noch auf dem Herbstjahrmarkt vergnügen, bricht nachts um halb elf im Haus des Stellmachers Peter Heinrich Carstens ein Feuer aus. Eine Petroleumlampe soll explodiert sein. Als die Feuerwehren aus Rödemis und Husum eintreffen, ist das Feuer bereits auf mehrere Häuser übergesprungen. Da aus den Pumpen zu wenig Wasser fließt, legt man eine Leitung zu einem städtischen Hydranten in Husum. Die Wehren aus Milstedt und Rantrum kommen zu Hilfe.

Erst ein Haus mit festem Dach stoppt die Flammen, eine Brandbarriere, die auch 100 Jahre später noch steht. Am Ende sind elf Häuser vernichtet und 15 Familien obdachlos, doch Menschen kommen nicht zu Schaden. Der Schaden der Brandkatastrophe wird auf 160.000 Mark geschätzt, eine für die Zeit gewaltige Summe.

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Einst im September – Nachrichten von der Westküste, letzte Ergänzung: 10.09.07