Zwischen gestern und heute

Einst Oktober

 
1. Oktober 1985 – Gründung des Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattemeer

Nach zum Teil erheblichen Auseinandersetzungen mit Landwirten vor allem von der Halbinsel Eiderstedt in Nordfriesland, die sich in der Nutzung ihres Landes eingeschränkt sehen, wird der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer gegründet.

Der Nationalpark reicht von der deutsch-dänischen Seegrenze bis zur Elbmündung und ist nach seiner Erweiterung im Jahr 1999 mit 4.410 km² der mit Abstand größte Nationalpark Deutschlands. 68 % liegen permanent unter Wasser und 30 % fallen periodisch trocken. Der Landteil besteht zum größten Teil aus Salzwiesen. Die Nationalparkverwaltung wird im Gebäude des ehemaligen Kreises Eiderstedt in Tönning angesiedelt.

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3. Oktober 1837 – Eine kurze Verlobung

Am Vormittag verlobt sich der 20-jährige Hans Theodor Woldsen Storm mit der 17-jährigen Emma Kühl. Am Nachmittag beschließt er das Verlöbnis zu lösen, da er sich nicht gebunden fühlen will.

Storm hatte die neunjährige Emma als 15-jähriger bei einem Verwandtenbesuch im Jahr 1830 auf Föhr kennen gelernt. “Wir spielten zusammen”, schrieb er, “flogen zusammen und waren ganz verliebt ineinander. Ich erinnere mich deutlich, dass wir uns mehrfach hinter der Küchentür heimlich geküsst haben.” An Emma lautet auch sein frühestes erhaltenes Gedicht, dass er 1833 als ersten Eintrag in ein Buch ‘mit braunem Lederrücken’ schreibt.

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11. Oktober 1634 – Die Burchardi-Flut

Nach einigen Tagen ruhiges Wetter zieht von Osten ein kräftiger Sturm herauf, der im Laufe des Abends nach Südwest dreht und zu einem Orkan aus Nordwest entwickelt. In der Nacht brechen an 44 Stellen die Deiche, allein in Nordfriesland kommen 9.000 Menschen und 50.000 Stück Vieh das Leben. Die Insel Strand wird in Nordstrand und Pellworm zerrissen, die Halligen Nieland und Nübbel gehen unter. Mehr als 1.300 Häuser und 28 Windmühlen werden zerstört.

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21. Oktober 1401 – Opfer der Hamburger Szene

Die ersten Opfer der Hamburger Szene: der Scharfrichter steht bis zu den Knöcheln im Blut, als er den Freibeuter Klaus Störtebeker und seine 71 Kumpanen köpft. Zuvor ward dem Anführer versprochen, alle Kamaraden zu verschonen, an denen er nach seiner Köpfung vorbeiläuft. Und das tut er, denn kopflos, so berichten zahlreiche Zeitzeugen, marschiert er mehreren vorbei, bis ihm ein Richtblock vor die Füße geworfen wird und er fällt.

Soweit die Legende, doch gilt es heute noch nicht einmal als sicher, dass sich Störtebeker unter den Hingerichteten befand. 1394 wurde er Führer der Vitalienbrüder und machte mit ihnen die friesische Küste unsicher. In Liedern und Sagen ein friesischer National- und Frauenheld, der die Schiffe der reichen Hamburger überfiel und die Beute – wenngleich wohl nicht die ganze – an die armen Friesen verteilte.

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28. Oktober 2006 – Deutsch bleibt Amtssprache ...

... beim Europäischen Boßelverband IBA. Zur Teilnahme am Kongress der IBA reisten die Nordfriesen Hans Jacobs und Susanne Dircks, der Dithmarscher H. Reimers und der Ostfriese Hans Hermann Ohm nach Irland. Neben der Vorbereitung für die im übernächsten Jahr in der Grafschaft Cork stattfindenden Europameisterschaften hatte sich der Kongress mit einem Antrag der Holländer zu befassen, von den beiden Amtssprachen Englisch und Deutsch nur noch Englisch gelten zu lassen. Dank des ‘energischen Auftretens der Schleswig-Holsteiner’, schreiben die Husumer Nachrichten, wurde der Antrag abgelehnt.

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Einst im Oktober – Nachrichten von der Westküste, letzte Ergänzung: 01.10.10